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Sekundenschlaf

 

Andreas Vitásek traumwandelt in seinem zwölften Soloprogramm auf dem dünnen Eis der Realität mit ihren Sollbruchstellen, Gewinnwarnungen und Paradigmenwechseln.

 

Auf seiner Tour de Farce durch die seelische Provinz trifft er Cerberus, den Höllenhund, versucht einen WLAN Verstärker zu kaufen, besucht seine Ahnen und Namensvettern, erinnert sich an sein Europa, pflanzt Wunderbäume, erklärt die richtige Art Harakiri zu verüben und verliert vorübergehend sein Herz.

 

Sekundenschlaf – eine kabarettistische Navigationshilfe zwischen Wirklichkeit und Traum, Gestern und Morgen, Himmel und Hölle, Mann und Frau, Mensch und Tier.

 

SEKUNDENSCHLAF mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet

Andreas Vitásek erhielt am 11. November 2014 den Hauptpreis des Österreichischen Kabarettpreises 2014.
Die Fachjury zeichnet damit sein aktuelles Programm als das Beste der Saison aus.

http://kabarettpreis.at

 

Andreas Vitásek im Gespräch mit Wolfgang Kralicek / FALTER

 

Pressestimmen:

 

Wegen ihm müsste gar nicht dauernd so viel passieren. Aus dem Alter ist er raus. Das Meiste, was da mit Getams und Gedröhne als Supernovität daherkommt, dient ohnehin bloß der Profitmaximierung seiner Erfinder und ist entweder überflüssig oder lästig. "Ich will nichts mehr lernen", erklärt Andreas Vitásek kategorisch. "Es reicht mir." 

Man könnte seinen Monolog eines nicht mehr jungen Mannes, der sich aus dem Leben immer wieder per "Sekundenschlaf" ausklinkt, mit solch unspektakulären Zwischenzeilen versehen wie: "Auf der Bank", "Beim Arzt" und "Ich und mein Hund". Doch Themen sind ja bekanntlich überbewertet, nachgerade wurscht, wenn einer ein so toller Geschichtenerzähler ist und so souverän von der Begegnung mit einer Death-Metal-Band über Camus` "Mythos des Sisyphos" zum Schulskifahren überleiten kann. Das alles wäre aber nur halb so lustig ohne die Pantomimen, mit denen der Österreicher seine Ausführungen im Lustspielhaus körpersprachlich illustriert, und die herrliche Knautschgesichtmimik, mittels derer er uns ebenso das Antlitz eines lethargischen Mopses wie das von Liv Ullmann in Bergmans "Persona" vorführt. Klug eingeflochten in seine Anekdoten, Realsatiren und Erinnerungen an die Großeltern und seine "Thomapyrin"-Jahre sind bissige Anmerkungen und Ausflüge ins philosophisch Fantastische. So diagnostiziert ihm der Arzt den Verlust seines Herzens und schauen an diesem Abend der Teufel persönlich und ein Schutzengel vorbei. 
Vitásek ist keiner, der von einer Knallerpointe zur nächsten hetzt. Mit seinem von der leisen Melancholie der späteren Jahre durchzogenen Solo schenkt er uns wunderbar gewitzte Weltalltagsbetrachtungen. Eindringlicher hat noch nie einer das Entsetzen im Blick einer Schildkröte geschildert, bevor sie aus dem zweiten Stockwerk fällt. 

Süddeutsche Zeitung, Kultur, 21.03.2015 Petra Hallmayer 

 

Geschichten und Anekdoten vom Schutzengerl bis zum Mops, Erlebtes und Erdachtes von der „Bank meines Vertrauens“ […]: Sie sind satirisch und bissig, poetisch und sentimental. Vor allem brüllend komisch und immer richtig ausbalanciert. Manchmal gespickt mit politik-, wirtschafts- und gesellschaftskritischen Seitenhieben, mitunter frei fliegend, abgehoben. […] Ein Programm wie eine sanfte Tai-Chi-Übung. Und Vitáseks bestes seit langem!
KURIER-Wertung: ***** 

Werner Rosenberger, KURIER


Sein Programm "Sekundenschlaf" hat Andreas Vitásek souverän in dem Zwischenbereich von gesellschaftsrelevanter Realsatire und phantasievoller Poesie angesiedelt. Als brillanter Erzähler, der weder die direkte Pointe noch den poetischen Umweg in die Grenzbereiche der Satire scheut, weiß er sein Publikum mit auf eine phantastische Reise durch seine mögliche Biografie zu nehmen. Phantastisch in mehrfacher Hinsicht, denn die Analysen des Kabarettisten sind ebenso klug eingesetzt, wie seine selbstironischen Betrachtungen und seine geheimnisvollen Figuren, die er gerne zum Dialog mit dem Kabarettisten einsetzt. Ohne das Gefühl für Rhythmus und Tempo aus den Augen zu verlieren, hat Andreas Vitásek seinem Publikum ein Programm präsentiert, bei dem die Zeit schneller vergeht, als es in diesem Fall wünschenswert wäre.

Silvia Lahner, Ö1


Wenn im Rabenhof die Zeit wie im Flug vergeht: Andreas Vitásek, Kabarettist der "Old School", brilliert mit seinem neuen Programm "Sekundenschlaf". […] Derart witzig, rasant, sprachspielerisch war der Wiener selten zuvor. Er zündete, wie man so sagt, ein Feuerwerk. 

Thomas Trenkler, DER STANDARD, 10.10.2013


Schon lange nicht mehr hat man Andreas Vitasek so wach und so am Punkt erlebt wie diesmal. Die ihm eigene sanfte Melancholie schimmert nur am Ende der ersten Programmhälfte etwas durch, ansonsten liefert der 57-jährige Wiener mit dem Hang zum treffsicheren Nebensatz eine pointierte und sympathische Mischung aus Alltags(selbst)beobachtungen und Anekdoten ab, teils satirisch bis bissig, teils entrückt bis sentimental, immer wieder mit einer Neigung zum politischen Statement. […] Allein das Entsetzen in den Augen seiner Schildkröte beim Absturz aus dem Fenster oder die Funktionenumkehr bei der Freundschaft mit seinem Mops ("Ich bin der Wachmensch meines Hundes") schildert Vitasek mit so großer Lust am Wortspiel und spielerischem Erzählen, dass nach der Pause kaum ein Auge trocken bleibt.

Daniel Ebner, APA


Dem in 33 Bühnenjahren vom Pantomimen und clownesken Kabarettisten zum klugen Komiker und poetisch-gewitzten Humoristen gereiften Künstler gelingt mit "Sekundenschlaf" ein von Tagesaktualitäten weitgehend unbehelligtes, pointiert geschliffenes Mosaik aus teils bissig-satirischen, teils irritierend-berührenden Anekdoten und Abschweifungen zum Thema "Zeit". Zeitlos und selbstironisch. Lustig sowieso.

Peter Blau, FALTER


Andreas Vitasek beweist mit seinem Programm, dass er erstens putzmunter ist, zweitens wie kein Zweiter ganz normale Alltäglichkeiten zu köstlichen Kabarettstücken verdichten kann und drittens, wie er mit seinem lieben „G’schau“ und leisen Tönen einen Hauch Melancholie verbreitet, die im Nachhall als spitzgesetzte Pointe trifft. […] Seien Sie versichert, dieser „Sekundenschlaf“ vergeht wirklich wie im Flug, nur die Lachmuskulatur wird ziemlich überstrapaziert. OÖN Bewertung: ***** 

Reinhold Reiterer, OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN & KLEINE ZEITUNG 


…man kann bei einem wie Vitásek, der von Programm zu Programm immer mehr als er selbst auf der Bühne zu stehen scheint und zumindest so tut, als würde er unverstellt aus seinem eigenen Leben erzählen, darauf vertrauen, dass sich aus dem Versuch, die Zeit anzuhalten, und der Unmöglichkeit dieses Unterfangens einiges an Fallhöhe und komischem Potenzial ergibt. Seine große Stärke war dabei immer, dass bei ihm existenzielle Überlegungen und Wuchteldrucken ganz nah beieinanderliegen.

Sebastian Fasthuber, SALZBURGER NACHRICHTEN


“Sekundenschlaf” ist große Literatur im Sanduhr-Format. Man möchte sie/es wieder und wieder umdrehen, damit die Zeit von Neuem läuft. Als gäb’s tatsächlich das -männlein, das einem die magmatischen,  metamorphen Körner in die Augen streut. Wäre Johann Nepomuk Nestroy statt Theaterautor Kabarettist geworden, er wäre Andreas Vitásek. 

Michaela und Rudi Mottinger, www.mottingers-meinung.at

 

Andreas Vitásek brillierte mit seinem feinsinnigen Programm «Sekundenschlaf». Der Cornichon-Preisträger von 2011 gibt nichts auf billige Lacher.

Mit dem Österreicher Andreas Vitásek stand anlässlich der 28. Oltner Kabarett-Tage ein Meister der satirischen Erzählkunst auf der Bühne. «Sekundenschlaf», das zwölfte Soloprogramm des grossen österreichischen Kabarettisten, zeichnet sich aus durch feine Selbstironie, geniale Mimenkunst und subtilen Wortwitz. (...) Andreas Vitásek leuchtet die Skurrilität des Alltags bis in den hintersten Winkel aus. Sein Bühnenauftritt ist getragen von süsser Melancholie. Die Szenen des Lebens, die er durchleuchtet, sind geprägt vom Tragisch-Komischen. Der Künstler kennt mehr als nur schwarz-weiss. Er gibt nichts auf billige Lacher auf Kosten anderer. Sein Auftritt lebt nicht davon, dass er besserwisserisch über andere herzieht, sondern von schonungsloser Selbstironie.

Mit Gedanken über die Zeit steigt er in das Programm «Sekundenschlaf» ein. Versunken in die Betrachtung einer Schweizer Bahnhofsuhr, deren Sekundenzeiger zur vollen Stunde kurz stehen bleibt, sich dann ruckartig weiterbewegt und seinen Lauf fortsetzt. «Fix ist nur, dass Zeit keine fixe Grösse ist». (...)

Feinsinnig, geistreich, poetisch war dieser wundervolle Abend. Jede einzelne Nummer präzise aufgebaut, durchdacht, mit einem sorgfältig gesetzten Schlusspunkt. Ein Abend für Geist und Gemüt, an dem man Tränen lachen konnte.  

Jacqueline Lausch, OLTNER TAGBLATT